Mittelalterflair, Raukar und weite Strände
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Gotland ist die größte Insel Schwedens und liegt mitten in der Ostsee, rund drei Stunden per Fähre vom Festland entfernt. Als eine der sonnenreichsten Regionen des Landes ist sie im Sommer ein beliebtes Reiseziel der Schweden. Im Mittelpunkt steht die Hauptstadt Visby, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Nordeuropas, deren fast vollständig erhaltene Ringmauer zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Doch Gotland ist weit mehr als seine Geschichte: Weite Sandstrände, blühende Wiesen und eine ganz eigene Ruhe prägen die Insel. Ihr landschaftliches Markenzeichen sind die Raukar, bizarre Kalksteinformationen, die vor allem auf der vorgelagerten Insel Fårö wie steinerne Skulpturen aus dem Meer ragen.

Die mittelalterliche UNESCO-Welterbestadt

Die bizarren Kalksteinformationen am Meer

Die sonnenreichen Küsten der Insel
Die Inselhauptstadt Visby zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Nordeuropas und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Eine fast vollständig erhaltene Ringmauer aus dem 13. Jahrhundert umschließt die Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Gassen, Kirchenruinen und windschiefen Holzhäusern. Im Sommer verschwinden die Fassaden hinter blühenden Rosen, weshalb Visby auch die „Stadt der Rosen und Ruinen“ genannt wird. Ein Bummel durch die Gassen ist wie eine Reise ins Mittelalter.
Das landschaftliche Markenzeichen Gotlands sind die Raukar, bizarre Kalksteinformationen, die über Jahrtausende von Wind und Wasser geformt wurden. Am eindrucksvollsten ragen sie an der Küste der vorgelagerten Insel Fårö aus dem Meer, etwa am berühmten Strand von Langhammars. Wie steinerne Skulpturen verstreut, verleihen sie der Küste eine fast überirdische Atmosphäre und zählen zu den meistfotografierten Motiven der Insel.
Die kleine Insel Fårö im Norden Gotlands, nur eine kurze Fährfahrt entfernt, besticht durch ihre raue, ursprüngliche Schönheit. Weite Heideflächen, karge Küsten und die markanten Raukar prägen das Bild. Bekannt wurde die Insel auch als langjähriges Refugium des Regisseurs Ingmar Bergman, der hier mehrere seiner Filme drehte. Fårö ist ein Ort der Stille und ein Sehnsuchtsort für alle, die unberührte Natur suchen.
Als eine der sonnenreichsten Regionen Schwedens ist Gotland im Sommer ein beliebtes Badeziel. Die Küsten der Insel reichen von langen, feinen Sandstränden wie Tofta bis zu versteckten Buchten zwischen den Felsen. Das vergleichsweise milde Klima und das klare Wasser der Ostsee laden zum Schwimmen, Sonnen und zu langen Spaziergängen am Meer ein – ein entspannter Gegenpol zu den historischen Stätten der Insel.
Über die ganze Insel verteilt finden sich fast 100 mittelalterliche Kirchen, von denen viele aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen und den einstigen Reichtum Gotlands als Handelszentrum bezeugen. Viele von ihnen sind mit Wandmalereien, kunstvollen Portalen und Steinmetzarbeiten geschmückt. Wer die Insel mit dem Auto oder Fahrrad erkundet, stößt immer wieder auf diese stillen Zeugen einer langen und bewegten Geschichte.
Am schönsten zeigt sich Gotland zwischen Mai und September, wenn die Insel als eine der sonnenreichsten Regionen Schwedens mildes Wetter genießt. Der Hochsommer im Juli und August ist ideal zum Baden und Erkunden, bringt jedoch die meisten Besucher mit sich. Wer es ruhiger mag, reist im späten Frühling oder frühen Herbst, wenn die Natur besonders reizvoll und die Insel deutlich entspannter ist. Ein Höhepunkt ist die mittelalterliche Woche im August, wenn Visby seine Geschichte lebendig werden lässt.
Gotland erreichen Sie bequem mit der Fähre, die vom Festland aus in etwa drei Stunden nach Visby fährt – die wichtigsten Abfahrtshäfen sind Nynäshamn südlich von Stockholm und Oskarshamn an der Ostküste. Alternativ gibt es Flugverbindungen nach Visby, unter anderem von Stockholm aus, mit einer Flugzeit von nur rund einer halben Stunde. Ein eigenes Auto oder ein Mietwagen ist auf der Insel praktisch, um auch die entlegeneren Küsten und Sehenswürdigkeiten zu erreichen.
Gotland lässt sich am besten mit dem Auto oder dem Fahrrad erkunden, da viele Sehenswürdigkeiten über die Insel verteilt liegen. Die Altstadt von Visby selbst ist kompakt und gut zu Fuß zu erleben, teilweise sogar autofrei. Für Ausflüge in den Norden, etwa nach Fårö mit seinen Raukar, empfiehlt sich ein Mietwagen, zumal die kurze Überfahrt nach Fårö mit der kostenlosen Autofähre unkompliziert ist. Radfahrer schätzen die flache Landschaft und die ruhigen Küstenstraßen.
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