Was Sie in Finnland nicht verpassen sollten
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Sebastian Hoffmann
Reiseexperte für Finnland
Aktualisiert am 09.07.2026
Finnland drängt sich nicht auf, es wirkt leise und umso nachhaltiger. Wer sich auf das Land zwischen Ostsee und Polarkreis einlässt, findet eine Welt aus 188.000 Seen, endlosen Wäldern und einer Inselflut vor der Küste, dazu Städte, in denen Design, Sauna und gutes Essen den Alltag bestimmen. Eine Finnland Reise kann auf der Seefestung Suomenlinna vor Helsinki beginnen und in der arktischen Weite Lapplands enden. Dazwischen liegen mittelalterliche Burgen wie Olavinlinna auf ihrer Felseninsel, die Holzstadt-Idylle von Porvoo und Rauma, der Blick vom Koli über die Nationallandschaft und schließlich die Nordlichter über Inari. Welche Höhepunkte Sie nicht verpassen sollten, zeigt Ihnen unsere Übersicht.

Vor der Küste Helsinkis verteilt sich eine der größten Seefestungen der Welt über mehrere Inseln. Die im 18. Jahrhundert errichtete Anlage gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist heute ein einzigartiges Ensemble aus Festungsmauern, Kanonen, Tunneln und grünen Wiesen, auf denen die Helsinkier ihre Sommerabende verbringen.
Zwischen den Bastionen verstecken sich Museen, Cafés und eine der ältesten noch arbeitenden Trockendocks Europas. Die Fähre ab dem Marktplatz braucht nur eine Viertelstunde und ist im normalen Nahverkehrsticket enthalten – die wohl günstigste Mini-Kreuzfahrt des Landes.
➤ Unser Expertentipp: Bleiben Sie bis zum Abend, wenn die Tagesbesucher abreisen und das Licht über den Festungsmauern weich wird. Die Königstor-Seite im Süden ist deutlich ruhiger als der Hauptweg.

Das Herz Helsinkis schlägt am Senatsplatz, einem der schönsten klassizistischen Ensembles Europas. Über der weiten Freitreppe erhebt sich die strahlend weiße Kathedrale mit ihren grünen Kuppeln, flankiert von Universität und Regierungspalast – entstanden im 19. Jahrhundert, als die Stadt nach dem Vorbild St. Petersburgs zur Hauptstadt ausgebaut wurde.
Nur wenige Schritte entfernt locken die historische Markthalle Vanha Kauppahalli am Hafen und die prunkvolle orthodoxe Uspenski-Kathedrale, die an die russische Epoche des Landes erinnert.
➤ Unser Expertentipp: Kommen Sie am frühen Morgen, wenn der Platz noch leer ist, und frühstücken Sie anschließend in der alten Markthalle. Von der Kuppel der Uspenski-Kathedrale haben Sie einen der besten Blicke auf den Dom.

Kaum ein Bauwerk verkörpert die finnische Architektur so sehr wie die Felsenkirche im Stadtteil Töölö. 1969 direkt in den Granitfels gesprengt, verbindet sie rohe Steinwände mit einer schimmernden Kuppel aus aufgewickeltem Kupferdraht, durch deren Lichtkranz Tageslicht in den Kirchenraum fällt.
Die natürliche Akustik der Felswände macht die Kirche zu einem gefragten Konzertsaal. Wer Glück hat, erlebt eine der regelmäßigen Aufführungen, bei denen der Raum seine ganze Wirkung entfaltet.
➤ Unser Expertentipp: Prüfen Sie vorab den Veranstaltungskalender und kombinieren Sie den Besuch mit einem Konzert. Direkt am Eingang übersehen viele die Empore, von der sich die Kupferkuppel am schönsten fotografieren lässt.

Nur 50 Kilometer östlich von Helsinki liegt Finnlands zweitälteste Stadt, deren Altstadt sich ihr mittelalterliches Straßenbild bewahrt hat. Zwischen kopfsteingepflasterten Gassen und windschiefen Holzhäusern laden kleine Boutiquen, Chocolatiers und Cafés zum Bummeln ein, überragt vom weißen Dom auf dem Hügel.
Das Wahrzeichen Porvoos sind die rotgestrichenen Speicherhäuser am Flussufer, einst Lager für Handelswaren und heute eines der meistfotografierten Motive des Landes.
➤ Unser Expertentipp: Im Sommer verkehrt die historische Dampffähre J.L. Runeberg von Helsinki nach Porvoo, eine nostalgische Anreise durch die Schären. Zurück geht es bequem mit dem Bus in unter einer Stunde.

An der Mündung des Aura-Flusses wacht seit dem 13. Jahrhundert die mächtigste mittelalterliche Burg Finnlands. Über 700 Jahre lang diente Turun Linna als Festung, Residenz und Gefängnis, heute führt ein Museum durch verwinkelte Gänge, Rittersäle und festliche Renaissancegemächer.
Die Burg ist das steinerne Gedächtnis Turkus, der ältesten Stadt und einstigen Hauptstadt des Landes, deren Dom und Flussufer sich ideal mit dem Besuch verbinden lassen.
➤ Unser Expertentipp: Nehmen Sie an einer der Führungen teil, die auch sonst verschlossene Bereiche öffnen. Danach lohnt der Spaziergang am Aura-Ufer zurück ins Zentrum, vorbei an schwimmenden Restaurantbooten.

Vor der Südwestküste erstreckt sich mit über 40.000 Inseln eines der größten Archipele der Welt. Das Schärenmeer ist eine Landschaft zum Eintauchen: rote Bootshäuser, schwimmende Fähren, stille Buchten und Dörfer, in denen die Zeit langsamer läuft.
Erschlossen wird die Inselwelt von der rund 250 Kilometer langen Schärenringstraße, die per Auto oder Fahrrad über Brücken und kostenlose Fähren von Insel zu Insel führt – eine der schönsten Panoramarouten Nordeuropas.
➤ Unser Expertentipp: Planen Sie für die Ringstraße mindestens zwei Tage mit Übernachtung auf einer Insel wie Nagu ein. Radfahrer wählen die kleine Ringroute, die sich gut in einem Wochenende schaffen lässt.

Das größte Seengebiet Europas ist Finnlands blaues Herz: ein Labyrinth aus Wasser, bewaldeten Inseln und stillen Buchten, in dem die Grenze zwischen See und Land verschwimmt. Hier steht das klassische Mökki am Ufer, die Sauna dampft am Abend und das Kanu gleitet morgens über spiegelglattes Wasser.
Der Saimaa ist zudem Heimat einer zoologischen Rarität: Die Saimaa-Ringelrobbe, eine der seltensten Robbenarten der Welt, lebt ausschließlich in diesem Seensystem.
➤ Unser Expertentipp: Die besten Chancen, eine Ringelrobbe zu sehen, haben Sie im Mai und Juni auf einer geführten Bootstour ab Savonlinna, wenn sich die Tiere zum Fellwechsel auf den Ufersteinen sonnen.

Mitten im Saimaa-Seengebiet thront auf einer Felseninsel die besterhaltene mittelalterliche Burg Nordeuropas. Olavinlinna wurde 1475 an der damaligen Grenze zwischen Schweden und Russland errichtet, ihre drei mächtigen Rundtürme spiegeln sich bis heute im umgebenden Wasser.
Weltberühmt ist die Burg als Kulisse der Savonlinna-Opernfestspiele, die jeden Juli Zehntausende Besucher anziehen, wenn im Burghof unter freiem Himmel große Opern aufgeführt werden.
➤ Unser Expertentipp: Für die Opernfestspiele im Juli müssen Tickets und Unterkünfte viele Monate im Voraus gebucht werden. Wer nur die Burg erleben will, kommt im Juni oder August deutlich entspannter.

Der Blick vom Gipfel des Ukko-Koli über den inselgesprenkelten Pielinen-See ist die Nationallandschaft Finnlands: Dieses Panorama inspirierte die Maler des Goldenen Zeitalters und den Komponisten Sibelius, und bis heute pilgern die Finnen hierher wie zu einem Heiligtum. Bei internationalen Besuchern ist der Park im Osten des Landes dagegen noch immer ein weißer Fleck – und genau das macht ihn zum Geheimtipp dieser Liste.
Wanderwege führen über die weißen Quarzitkuppen, im Winter verwandelt sich der Koli in ein stilles Skigebiet mit Blick über die zugefrorene Seenwelt.
➤ Unser Expertentipp: Übernachten Sie im Hotel direkt am Gipfel und erleben Sie den Sonnenaufgang über dem Pielinen, bevor die Tagesgäste eintreffen. Im September leuchtet die Ruska hier besonders intensiv.

An der Westküste bewahrt Rauma die größte zusammenhängende Holzstadt Nordeuropas, seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe. Rund 600 pastellfarbene Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert bilden ein lebendiges Viertel, in dem bis heute gewohnt, gearbeitet und Handel getrieben wird – keine Museumskulisse, sondern gelebter Alltag.
Berühmt ist Rauma zudem für seine jahrhundertealte Tradition des Klöppelns und einen eigenen Dialekt, auf den die Einheimischen bis heute stolz sind.
➤ Unser Expertentipp: Besuchen Sie Rauma Ende Juli zur Klöppelwoche, wenn die Stadt ihr traditionelles Handwerk feiert. Das Café Sali in einem historischen Kaufmannshaus ist die erste Adresse für eine Pause.

Direkt auf dem Polarkreis bei Rovaniemi liegt die offizielle Heimat des Weihnachtsmanns, der hier an 365 Tagen im Jahr Besucher empfängt. Im Dorf überschreiten Sie die markierte Polarkreislinie, verschicken Post mit dem begehrten arktischen Sonderstempel aus dem offiziellen Weihnachtspostamt und treffen Rentiere aus nächster Nähe.
Was nach reiner Familienattraktion klingt, hat auch für Erwachsene seinen Charme, besonders im Winter, wenn Schnee und Lichter das Dorf in eine Filmkulisse verwandeln.
➤ Unser Expertentipp: Der Besuch beim Weihnachtsmann selbst ist kostenlos, bezahlt wird nur das offizielle Foto. In der Vorweihnachtszeit kommen Sie am besten gleich zur Öffnung, um den Reisegruppen zuvorzukommen.

Unter einem 172 Meter langen Glasdach, das sich wie ein gläserner Finger zum Fluss Ounasjoki streckt, erklärt das Arktikum den hohen Norden. Museum und Wissenschaftszentrum zugleich, führt es durch die Natur der Arktis, die Geschichte Lapplands und die Kultur der Sámi – anschaulich, modern und auch für Kinder packend.
Wer verstehen will, warum die Polarlichter tanzen und wie das Leben jenseits des Polarkreises funktioniert, findet hier die Antworten vor der eigenen Reise in die Wildnis.
➤ Unser Expertentipp: Besuchen Sie das Arktikum am Anreisetag, bevor es in die Natur geht – mit dem Hintergrundwissen erleben Sie Lappland danach mit anderen Augen. Der Museumsshop führt hochwertiges samisches Kunsthandwerk.

Nahe der russischen Grenze rauscht eines der wildesten Naturparadiese Finnlands: Der Oulanka-Nationalpark ist ein Land aus tosenden Stromschnellen, Hängebrücken und tiefen Flusstälern, durch das der berühmteste Wanderweg des Landes führt – der 82 Kilometer lange Karhunkierros, der Bärenpfad.
Wer nicht tagelang wandern will, erlebt die Höhepunkte auf der kleinen Bärenrunde, einer Tagestour zu den Stromschnellen von Myllykoski und der Hängebrücke über den Kitkajoki.
➤ Unser Expertentipp: Die kleine Bärenrunde (Pieni Karhunkierros, 12 Kilometer) ist die lohnendste Tageswanderung des Parks. Im September färbt die Ruska die Flusstäler in ein spektakuläres Farbenmeer.

Ganz im Norden, am inselreichen Inarisee, schlägt das kulturelle Herz der finnischen Sámi. Das preisgekrönte Museum Siida erzählt eindrucksvoll von Geschichte, Sprache und Gegenwart des einzigen indigenen Volkes der EU, während im Kulturzentrum Sajos das samische Parlament tagt.
Die Region um Inari gehört zugleich zu den besten Nordlicht-Revieren des Landes: weit ab von störenden Lichtquellen, mit klaren Nächten über dem zugefrorenen See.
➤ Unser Expertentipp: Respektvoller Zugang zur Sámi-Kultur gelingt am besten über zertifizierte samische Anbieter, etwa bei einem Besuch auf einer Rentierfarm. Das Siida-Museum ist der ideale Einstieg vor jeder Begegnung.
In nur 30 Minuten zum personalisierten Reiseplan – ohne versteckte Kosten.
Über 50 Länder, abgestimmt auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse.
Persönliche Assistenz für eine reibungslose Buchung und Planung.
Ausgezeichneter Kundensupport auf jeder Reiseetappe.



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