Von Köttbullar über eingelegten Hering bis zur Prinsesstårta: Entdecken Sie die Klassiker der schwedischen Küche, die auf Ihrer Reise nicht fehlen dürfen.
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Sebastian Hoffmann
Tourlane Reiseexperte für Schweden
Aktualisiert am 09.07.2026

Köttbullar sind das bekannteste Gericht Schwedens und weit mehr als ein Möbelhaus-Snack. Die kleinen Bällchen aus Rinder- und Schweinehackfleisch werden in Butter gebraten und klassisch mit Rahmsauce, Kartoffelpüree, Preiselbeeren und eingelegten Gurkenscheiben serviert. Die Kombination aus herzhaft und süß-säuerlich ist typisch für die schwedische Küche. Sie finden Köttbullar in fast jedem Restaurant mit Husmanskost, von der einfachen Mittagskantine bis zum gehobenen Lokal. Am besten schmecken sie dort, wo sie noch von Hand gerollt werden. Fragen Sie ruhig nach „hemlagade köttbullar", also hausgemachten Fleischbällchen.

Kein Fest ohne Sill: Eingelegter Hering gehört zu Mittsommer, Weihnachten und Ostern wie in Deutschland der Braten zum Sonntag. Der Hering wird in Essigsud eingelegt und in vielen Varianten serviert, etwa mit Senf, Zwiebeln, Dill oder in Sahnesauce. Auf einem klassischen Buffet stehen oft mehrere Sorten nebeneinander. Dazu gehören junge Kartoffeln, Knäckebrot, kräftiger Käse und traditionell ein Glas Schnaps, zu dem gemeinsam gesungen wird. Probieren Sie sich durch die Varianten: Senapssill mit Senfsauce ist ein guter Einstieg für alle, die eingelegten Fisch noch nicht kennen.

Gravlax ist Schwedens elegantester Klassiker. Roher Lachs wird mit Salz, Zucker und viel Dill eingerieben und reift mehrere Tage im Kühlen. Das Ergebnis ist zart, aromatisch und leicht süßlich. Der Name stammt vom alten Verfahren, Fisch zur Haltbarmachung in der Erde zu vergraben („grava"). Serviert wird Gravlax in dünnen Scheiben mit Hovmästarsås, einer süßlichen Sauce aus Senf und Dill, dazu Brot oder gekochte Kartoffeln. Sie bekommen ihn als Vorspeise im Restaurant, auf jedem Festbuffet und abgepackt in guter Qualität in jedem Supermarkt.

Toast Skagen ist die feine Vorspeise der schwedischen Küche: Nordseekrabben in einer Creme aus Mayonnaise, Crème fraîche und Dill, angerichtet auf einer in Butter gebratenen Weißbrotscheibe und gekrönt mit Rogen. Erfunden hat das Gericht der berühmte Gastronom Tore Wretman in den 1950er Jahren. Benannt ist der Toast nach dem dänischen Fischerort Skagen, zu Hause ist er aber fest in Schweden. Sie finden ihn auf den Karten klassischer Restaurants ebenso wie in modernen Bistros. Dazu passt ein Glas Weißwein und ein Blick aufs Wasser.

Die Räkmacka ist Schwedens berühmtestes belegtes Brot und an der Westküste eine Institution. Auf einer Scheibe Brot türmen sich handgepulte Krabben, gekochtes Ei, Mayonnaise, Salat und eine Scheibe Zitrone. Entscheidend ist die Menge: Eine gute Räkmacka ist großzügig belegt und wird mit Messer und Gabel gegessen. Am besten schmeckt sie in einem Hafencafé in Göteborg oder auf den Schäreninseln, wo die Krabben fangfrisch sind. Bestellen Sie dazu einen Kaffee oder ein helles Bier und lassen Sie sich Zeit. Die Räkmacka ist kein schneller Snack, sondern eine Mahlzeit.

Surströmming ist Schwedens berüchtigtste Spezialität: Ostseehering, der monatelang in der Dose fermentiert. Der Geruch ist intensiv, weshalb die Dose grundsätzlich im Freien geöffnet wird. In Nordschweden hat der Fisch treue Fans, die jedes Jahr im August die neue Saison feiern. Gegessen wird Surströmming nicht pur, sondern als Röllchen im dünnen Tunnbröd mit Mandelkartoffeln, roten Zwiebeln und Sauerrahm. So gemildert schmeckt er kräftig und salzig, aber deutlich zugänglicher als sein Ruf. Wenn Sie sich trauen, probieren Sie ihn bei einer traditionellen Surströmmingsskiva, einem geselligen Fest im Spätsommer.

Die Smörgåstårta sieht aus wie eine Torte, ist aber herzhaft. Mehrere Schichten Weißbrot werden mit cremigen Füllungen aus Mayonnaise, Ei, Krabben oder Räucherlachs bestrichen und aufeinandergesetzt. Außen wird die Torte mit Creme eingestrichen und aufwendig dekoriert, etwa mit Gurken, Zitronen, Krabben und Dill. In Schweden gehört die Smörgåstårta zu Geburtstagen, Abschlussfeiern und Familienfesten. Sie bekommen sie stückweise in vielen Cafés und Konditoreien. Probieren Sie ein Stück zur Mittagszeit: Die Torte ist sättigender, als sie aussieht.

Donnerstag ist in Schweden Suppentag. Seit Jahrhunderten essen Schweden donnerstags gelbe Erbsensuppe mit gepökeltem Schweinefleisch und einem Klecks Senf, gefolgt von Pfannkuchen mit Schlagsahne und Konfitüre als Nachspeise. Sogar das schwedische Militär hält bis heute an dieser Tradition fest. Viele Restaurants und Kantinen servieren die Kombination daher nur donnerstags. Planen Sie Ihren Besuch entsprechend und bestellen Sie unbedingt beides zusammen. Erst die Abfolge aus deftiger Suppe und süßen Pfannkuchen macht das Erlebnis komplett.

Janssons frestelse ist ein cremiger Auflauf aus Kartoffelstiften, Zwiebeln, Sahne und Ansjovis. Hinter dem Namen verbirgt sich übrigens kein Sardellenfilet, sondern gewürzte Sprotten, die dem Gericht seine typische, leicht süßlich-würzige Note geben. Traditionell steht der Auflauf auf dem Julbord, dem schwedischen Weihnachtsbuffet, schmeckt aber das ganze Jahr. Wenn Sie im Winter reisen, führt an Janssons frestelse kaum ein Weg vorbei. Bestellen Sie dazu ein Julmust, die schwedische Weihnachtslimonade.

Die Kanelbulle ist das Herzstück der Fika. Der Hefeteig wird mit Butter, Zucker und Zimt gefüllt, zu einer Schnecke gedreht und mit Hagelzucker bestreut. Ihre Bedeutung ist so groß, dass Schweden ihr am 4. Oktober einen eigenen Feiertag widmet, den Kanelbullens dag. Mindestens ebenso beliebt ist die Kardemummabulle mit Kardamom statt Zimt. Sie schmeckt würziger und gilt unter Kennern als die feinere Wahl. Probieren Sie am besten beide, idealerweise noch ofenwarm in einer kleinen Bäckerei, und entscheiden Sie selbst.

Die Semla ist Schwedens großes Gebäck der Fastenzeit. Ein mit Kardamom gewürztes Hefebrötchen wird ausgehöhlt, mit Mandelmasse gefüllt und mit einer dicken Haube Schlagsahne gekrönt. Obenauf sitzt der Deckel des Brötchens, bestäubt mit Puderzucker. Offiziell gehört die Semla zum Fettisdagen, dem Faschingsdienstag. Tatsächlich verkaufen Konditoreien sie von Januar bis Ostern, und schwedische Medien küren jedes Jahr die beste Semla der Stadt. Traditionalisten essen sie als „hetvägg" in einem Teller heißer Milch. Probieren Sie sie zunächst klassisch pur.

Die Prinsesstårta erkennen Sie sofort an ihrer glatten, hellgrünen Kuppel aus Marzipan mit einer rosa Zuckerrose. Darunter verbergen sich Schichten aus Biskuit, Himbeerkonfitüre, Vanillecreme und sehr viel Schlagsahne. Ihren Namen verdankt die Torte drei schwedischen Prinzessinnen, für die das Rezept in den 1920er Jahren entstand. Bis heute ist die Prinsesstårta die Festtagstorte der Schweden, ob zu Geburtstagen, Taufen oder Jubiläen. Sie bekommen sie in jeder Konditorei, oft auch als einzelnes Stück oder als kleine „prinsessbakelse". Ideal für eine besonders festliche Fika.

Schwedische Waffeln sind dünn, knusprig und immer in Herzform gebacken. Serviert werden sie mit Schlagsahne und Konfitüre, besonders edel mit Moltebeeren aus den Mooren Nordschwedens. Auch hier gibt es einen eigenen Feiertag: Am 25. März feiert das Land den Våffeldagen, den Waffeltag. Sie finden Våfflor in Cafés im ganzen Land, besonders schön in den Berghütten der Fjällregionen, wo die Waffel zur Wanderpause gehört. Nach einem Tag an der frischen Luft schmeckt sie am besten.
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