Schwedens Highlights von Süd bis Nord
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Sebastian Hoffmann
Reiseexperte für Schweden
Aktualisiert am 09.07.2026
Schweden ist ein Land, das sich Zeit lässt und genau damit verzaubert. Zwischen der Ostsee und dem Polarkreis reihen sich glitzernde Schäreninseln, tiefe Wälder und Städte aneinander, in denen königliche Geschichte auf modernes Design trifft. Eine Schweden Reise kann in den Kopfsteingassen von Stockholms Altstadt beginnen und in der arktischen Stille Lapplands enden. Dazwischen liegen ein geborgenes Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, die mittelalterlichen Mauern von Visby, Schlösser wie Drottningholm und Kalmar sowie Naturwunder von den Raukar-Felsen Gotlands bis zu den Nordlichtern über dem Abisko-Nationalpark. Welche Höhepunkte Sie nicht verpassen sollten, zeigt Ihnen unsere Übersicht.

Kaum ein Ort fängt die Seele Schwedens so ein wie die Stockholmer Altstadt. Auf einer eigenen Insel gelegen, gehört Gamla Stan zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen Europas. Zwischen den ockerfarbenen Bürgerhäusern winden sich kopfsteingepflasterte Gassen zu versteckten Plätzen und Innenhöfen, während am Stortorget die berühmten bunten Giebelhäuser das wohl meistfotografierte Motiv der Stadt bilden.
Hier stehen auch das Königliche Schloss mit seiner täglichen Wachablösung und die Domkirche Storkyrkan. Wer genau hinschaut, entdeckt die Mårten Trotzigs Gränd, die mit 90 Zentimetern schmalste Gasse Stockholms.
➤ Unser Expertentipp: Besuchen Sie Gamla Stan früh am Morgen vor 10 Uhr, wenn die Gassen noch leer sind und das Licht am schönsten fällt. Die Cafés öffnen zeitig, sodass sich der Rundgang perfekt mit einem Frühstück verbinden lässt.

Das meistbesuchte Museum Skandinaviens erzählt eine Geschichte von königlichem Größenwahn und maritimer Katastrophe. Die Vasa, das prachtvollste Kriegsschiff ihrer Zeit, sank 1628 nur wenige Minuten nach dem Auslaufen im Stockholmer Hafen. Erst 1961 wurde sie geborgen, zu über 90 Prozent original erhalten, und ragt heute imposant über mehrere Stockwerke im eigens gebauten Museum auf.
Rund um das Schiff beleuchten Ausstellungen das Leben an Bord, die aufwendige Bergung und die kunstvollen Schnitzereien des Rumpfes. Ein Erlebnis, das selbst Museumsmuffel in den Bann zieht.
➤ Unser Expertentipp: Kommen Sie direkt zur Öffnung oder in den späten Nachmittagsstunden, um die größten Besucherströme zu umgehen. Die kostenlosen Führungen lohnen sich sehr und finden mehrmals täglich auch auf Englisch statt.

Vor den Toren der Hauptstadt beginnt eine Welt aus rund 30.000 Inseln, Holmen und Felsen, die sich weit in die Ostsee hinauszieht. Der Schärengarten ist das Sommerparadies der Stockholmer: rote Holzhäuser auf glattgeschliffenem Granit, stille Badebuchten und kleine Häfen, in denen Segelboote dümpeln.
Schon eine kurze Fährfahrt bringt Sie nach Vaxholm mit seiner Festung, ins grüne Grinda oder ins mondäne Sandhamn am äußeren Rand der Inselwelt. Wer mag, paddelt im Kajak von Insel zu Insel oder springt von den warmen Felsen ins Wasser.
➤ Unser Expertentipp: Mit der Schärenkarte (Båtluffarkortet) der Waxholmsbolaget-Fähren erkunden Sie mehrere Tage lang beliebig viele Inseln zum Festpreis – deutlich günstiger als Einzeltickets und ideal fürs Inselhüpfen.

Auf der Museumsinsel Djurgården liegt das älteste Freilichtmuseum der Welt, gegründet 1891. Skansen versammelt rund 150 historische Gebäude aus ganz Schweden, von Bauernhöfen über Werkstätten bis zur Holzkirche, in denen Handwerker in historischer Kleidung alte Techniken vorführen.
Dazu gehört ein nordischer Tierpark, in dem Sie Elche, Braunbären, Luchse und Vielfraße aus nächster Nähe erleben – für viele Familien der Höhepunkt des Besuchs. Zu Mittsommer, Lucia und Weihnachten wird Skansen zur festlichen Bühne schwedischer Traditionen.
➤ Unser Expertentipp: Planen Sie mindestens einen halben Tag ein und kombinieren Sie den Besuch mit dem nahen Vasa-Museum. Zur Fütterungszeit der Elche und Bären am Vormittag zeigen sich die Tiere am aktivsten.

Auf einer Insel im Mälarsee, nur wenige Kilometer westlich von Stockholm, residiert die schwedische Königsfamilie im „Versailles des Nordens". Das prachtvolle Schloss aus dem 17. Jahrhundert gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt mit barocken Prunkräumen, einem weitläufigen Schlosspark und dem einzigartigen Schlosstheater, in dem noch heute mit originaler Bühnentechnik aus dem 18. Jahrhundert gespielt wird.
Große Teile des Schlosses und der Gärten stehen Besuchern offen, obwohl das Königspaar hier tatsächlich wohnt.
➤ Unser Expertentipp: Am schönsten ist die Anreise per Schiff ab dem Stockholmer Rathaus, eine rund einstündige Fahrt über den Mälarsee. Kombinieren Sie die Schlossbesichtigung mit einem Picknick im frei zugänglichen Schlosspark.

Nur 40 Bahnminuten von Stockholm entfernt wartet Schwedens ehrwürdige Universitätsstadt. Über den Dächern Uppsalas thront der gotische Dom, mit 118 Metern die höchste Kirche Skandinaviens und Grablege von König Gustav Vasa und dem Botaniker Carl von Linné. Gleich daneben erzählen die Universität von 1477 und die Bibliothek Carolina Rediviva von mehr als fünf Jahrhunderten Gelehrsamkeit.
Wenige Kilometer außerhalb erheben sich die mächtigen Königshügel von Gamla Uppsala, einst religiöses Zentrum der Wikingerzeit und einer der geschichtsträchtigsten Orte des Landes.
➤ Unser Expertentipp: Uppsala ist der perfekte Tagesausflug ab Stockholm. Mieten Sie vor Ort ein Fahrrad, um bequem zwischen Dom, Schloss und den Grabhügeln von Gamla Uppsala zu pendeln.

Die Hauptstadt der Ostseeinsel Gotland ist ein Mittelalter-Traum: Eine fast vollständig erhaltene, 3,4 Kilometer lange Ringmauer mit knapp 50 Türmen umschließt die UNESCO-Welterbestadt Visby. Innerhalb der Mauern verlieren Sie sich zwischen Kirchenruinen, windschiefen Holzhäusern und Gassen, die im Sommer hinter Rosenranken verschwinden – nicht umsonst heißt Visby „Stadt der Rosen und Ruinen".
Einst eine der mächtigsten Hansestädte des Nordens, ist Visby heute vor allem im Sommer ein lebendiger Ort mit Cafés, Galerien und Stränden vor der Stadtmauer.
➤ Unser Expertentipp: Anfang August verwandelt die Mittelalterwoche die Stadt in eine historische Bühne mit Rittern, Gauklern und Märkten. Wer es ruhiger mag, kommt im Juni oder September, wenn die Rosen blühen beziehungsweise die Insel golden leuchtet.

Am Nordende Gotlands, nur eine kurze kostenlose Fährfahrt entfernt, liegt die karge Insel Fårö mit dem vielleicht surrealsten Naturschauspiel Schwedens: den Raukar. Diese bizarren Kalksteinsäulen, über Jahrtausende von Wind und Wellen aus dem Fels geschliffen, ragen wie versteinerte Wächter aus dem Meer, am eindrucksvollsten am Strand von Langhammars.
Die raue Schönheit der Insel zog einst auch Regisseur Ingmar Bergman an, der hier lebte, drehte und begraben liegt. Weite Heideflächen und einsame Strände machen Fårö zu einem Ort von fast überirdischer Ruhe.
➤ Unser Expertentipp: Besuchen Sie die Raukar von Langhammars zum Sonnenuntergang, wenn das Licht die Steinsäulen glühen lässt. Nehmen Sie sich davor Zeit für den weißen Sandstrand Sudersand, einen der schönsten der Ostsee.

Über eine sechs Kilometer lange Brücke erreichen Sie von Kalmar aus Schwedens zweitgrößte Insel, die Sommerresidenz der Königsfamilie. Öland überrascht mit einer Landschaft, die es so nirgendwo sonst gibt: Im Süden erstreckt sich das Stora Alvaret, eine karge Kalksteinheide von so einzigartiger Flora, dass sie zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Dazu kommen über 350 historische Windmühlen, lange Sandstrände und die eindrucksvolle Burgruine Borgholm direkt neben dem königlichen Sommerschloss Solliden. Radfahrer lieben die flache Insel mit ihren stillen Küstenwegen.
➤ Unser Expertentipp: Ende Mai bis Mitte Juni blüht das Stora Alvaret am schönsten, dann verwandeln Orchideen die Steppe in einen Teppich aus Farben. Auch für Vogelbeobachter ist die Insel während des Frühjahrszugs ein Paradies.

Direkt am Wasser des Kalmarsunds erhebt sich eine der besterhaltenen Renaissanceburgen Nordeuropas. Hinter den mächtigen Mauern und Rundtürmen von Schloss Kalmar wurde 1397 die Kalmarer Union geschlossen, die Dänemark, Norwegen und Schweden für über ein Jahrhundert vereinte – ein Schlüsselmoment der skandinavischen Geschichte.
Heute wandeln Sie durch prunkvolle Königsgemächer, Rittersäle und Kasematten, während Ausstellungen die bewegte Vergangenheit lebendig machen. Im Sommer finden auf dem Gelände Ritterspiele und Veranstaltungen für die ganze Familie statt.
➤ Unser Expertentipp: Verbinden Sie die Schlossbesichtigung mit einem Bummel durch Kalmars charmante Altstadt aus dem 17. Jahrhundert und einem Abstecher über die Brücke nach Öland – beides liegt praktisch vor der Tür.

Schwedens zweitgrößte Stadt ist die entspannte Schwester Stockholms: von niederländischen Baumeistern mit Kanälen angelegt, geprägt von Hafenflair und einer Esskultur, die als die beste des Landes gilt. In der Markthalle Feskekôrka, der „Fischkirche", dreht sich alles um fangfrische Meeresfrüchte, während im Viertel Haga die Holzhäuser des 19. Jahrhunderts zu einer Fika mit übergroßen Zimtschnecken einladen.
Dazu kommen der Vergnügungspark Liseberg, die Prachtstraße Avenyn und der autofreie südliche Schärengarten direkt vor der Stadt.
➤ Unser Expertentipp: Probieren Sie eine klassische Räkmacka, das üppig belegte Krabbenbrot der Westküste, am besten direkt in der Feskekôrka. Danach bringt Sie die Straßenbahn in 30 Minuten zur Fähre in die Schären.

Nördlich von Göteborg zieht sich eine der schönsten Küstenlandschaften Europas bis zur norwegischen Grenze: kahle, rosafarbene Granitfelsen, dazwischen bunte Fischerdörfer wie Smögen mit seiner berühmten Holzstegpromenade, Lysekil oder das Künstlerdorf Fjällbacka, über dem ein mächtiger Felsen thront.
Bohuslän ist die Heimat der besten Meeresfrüchte Schwedens. Austern, Hummer und Krabben kommen hier direkt vom Kutter auf den Teller. Dazwischen laden glattgeschliffene Klippen zum Sonnenbad und das klare Wasser zum Kajakfahren ein.
➤ Unser Expertentipp: Buchen Sie eine Muschel- oder Austernsafari mit einem lokalen Fischer, bei der Sie den Fang direkt an Bord verkosten. Die Nebensaison im September ist ideal: ruhige Dörfer und Meeresfrüchte in Bestform.

An der Ostseeküste nördlich von Sundsvall erhebt sich Schwedens einziges Naturerbe der UNESCO. Die Höga Kusten, die Hohe Küste, verdankt ihren Namen einem einzigartigen Phänomen: Seit der letzten Eiszeit hebt sich das Land hier um fast einen Meter pro Jahrhundert, mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Entstanden ist eine dramatische Landschaft aus steilen Klippen, tiefen Buchten und bewaldeten Inseln.
Wanderer erkunden die Region auf dem Höga-Kusten-Leden, während der Skuleskogen-Nationalpark mit der spektakulären Felsspalte Slåttdalsskrevan lockt.
➤ Unser Expertentipp: Die Wanderung durch den Skuleskogen-Nationalpark zur Slåttdalsskrevan gehört zu den lohnendsten Tagestouren Schwedens. Starten Sie früh am östlichen Eingang, dann haben Sie die Felsspalte fast für sich.

Hoch über dem Polarkreis, am Ufer des Sees Torneträsk, liegt der Ort, an dem die Chancen auf Nordlichter so gut stehen wie kaum irgendwo sonst auf der Welt. Ein besonderes Mikroklima beschert dem Abisko-Nationalpark außergewöhnlich viele klare Nächte, und von der Aurora Sky Station auf dem Berg Nuolja eröffnet sich ein freier Blick auf das Himmelsschauspiel.
Im Sommer wandelt sich der Park zum Wanderparadies mit der markanten Felsformation Lapporten als Wahrzeichen und dem Startpunkt des legendären Kungsleden.
➤ Unser Expertentipp: Planen Sie für die Nordlichter mindestens drei Nächte ein, um wetterbedingte Enttäuschungen abzufedern. Die besten Monate sind September bis März, besonders dunkel und klar ist es oft im Februar.

Im kleinen Dorf Jukkasjärvi bei Kiruna entsteht jeden Winter aufs Neue ein Bauwerk auf Zeit: das berühmteste Eishotel der Welt. Aus Eisblöcken des Flusses Torne errichten internationale Künstler kunstvolle Suiten, eine Eiskirche und die legendäre Eisbar, in der Drinks in Gläsern aus purem Eis serviert werden.
Übernachtet wird bei minus fünf Grad auf Eisbetten mit Rentierfellen und Expeditionsschlafsäcken, ein Erlebnis, das Gäste aus aller Welt anzieht. Seit einigen Jahren ist ein Teil des Hotels dank Solarkühlung sogar ganzjährig geöffnet.
➤ Unser Expertentipp: Eine Nacht im Eis reicht für das Erlebnis völlig aus. Buchen Sie die weiteren Nächte in einem warmen Zimmer vor Ort und nutzen Sie die Tage für Nordlicht-Touren entlang des Torne.

Der „Königspfad" ist Schwedens legendärster Fernwanderweg und führt über rund 440 Kilometer durch die arktische Bergwelt Lapplands. Das berühmteste Teilstück zwischen Abisko und Nikkaluokta lässt sich in etwa einer Woche erwandern: durch weite Hochtäler, über Hängebrücken und vorbei am Fuß des Kebnekaise, mit gut 2.100 Metern Schwedens höchstem Berg.
Die Fjällstationen und Hütten des schwedischen Tourismusvereins entlang der Route machen die Tour auch ohne Zelt möglich. Wer nur einen Tag Zeit hat, wandert von Abisko aus ein erstes Stück durch das Birkental.
➤ Unser Expertentipp: Die beste Wanderzeit ist von Mitte Juli bis Mitte September, im August sind die Mücken bereits deutlich weniger. Reservieren Sie Hüttenplätze in der Hochsaison unbedingt im Voraus.
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