

Wann sich Finnland am meisten lohnt
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Sebastian Hoffmann
Reiseexperte für Finnland
Aktualisiert am 10.08.2026
Anders als oft vermutet, wird es in Finnland im Sommer richtig angenehm: In den Monaten Juni bis August klettern die Tagestemperaturen im Süden auf durchschnittlich 19 bis 22 °C, an warmen Tagen auch darüber, und die Seen erwärmen sich auf badetaugliche Werte. Dazu kommen die berühmten hellen Nächte, im Norden geht die Sonne wochenlang gar nicht unter. Kein Wunder also, dass der Sommer als Hauptreisezeit für eine Finnland Reise gilt: ideal für Tage am Mökki, Kanutouren auf der Seenplatte und Wanderungen in den Nationalparks. Auch die Finnen selbst verbringen dann ihre Ferien am Wasser.
Ein zweites Gesicht zeigt das Land in der dunklen Jahreszeit, die vor allem Lappland zur Hochsaison verhilft. Von Dezember bis März verwandelt tiefer Schnee den Norden in eine stille Winterwelt, in der die Nordlichter über den Himmel ziehen. Wer beides verpassen möchte, reist im September, wenn die Wälder sich zur leuchtenden Ruska verfärben und deutlich weniger Besucher unterwegs sind.
Empfohlene Reisezeit: Juni bis August für den Sommer, Dezember bis März für Wintererlebnisse in Lappland.
Aktivitäten: Die Sommermonate eignen sich besonders für Kanutouren, Wandern und Zeit am See, während die Wintermonate ideal sind, um Nordlichter zu erleben.
Wichtige Feiertage: Mittsommer (Juhannus, Ende Juni) und der Unabhängigkeitstag (6. Dezember).
Zu beachten: Zu Mittsommer schließen viele Geschäfte und Restaurants, da die Finnen aufs Land fahren. In Lappland herrscht im tiefsten Winter Polarnacht mit sehr kurzen Tagen.
| Jan | Feb | März | Apr | Mai | Juni | Juli | Aug | Sept | Okt | Nov | Dez | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Temperaturen in °C | -3 | -3 | 1 | 7 | 14 | 19 | 22 | 20 | 14 | 7 | 2 | -1 | |
| Min. Temperaturen in °C | -9 | -10 | -6 | -1 | 4 | 9 | 12 | 11 | 6 | 2 | -3 | -7 | |
| Sonnenstunden pro Tag | 1 | 2 | 4 | 7 | 9 | 10 | 10 | 8 | 5 | 3 | 1 | 1 | |
| Regentage pro Monat | 11 | 9 | 9 | 8 | 8 | 9 | 10 | 11 | 10 | 11 | 12 | 11 | |
| Wassertemperatur in °C | 1 | 0 | 0 | 2 | 8 | 14 | 18 | 17 | 12 | 7 | 4 | 2 |
In der Tabelle sind Durchschnittswerte dargestellt, die auf den Klimadaten von Helsinki, der Seenplatte und Rovaniemi basieren.
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Finnlands Klima ist von deutlich größeren Gegensätzen geprägt, als man es von einem nordischen Land vermuten würde. Die Winter sind lang und kalt, in Lappland fallen die Temperaturen regelmäßig unter -20 °C, dafür verwandelt der Schnee den Norden in eine Traumkulisse für Wintererlebnisse. Umso überraschender fällt der Sommer aus: Mit Tageswerten um die 20 °C, warmen Seen und nahezu endlosem Tageslicht lädt er zum Baden, Paddeln und Wandern ein. Der Herbst begeistert ab September mit der leuchtenden Ruska-Färbung der Wälder, während das Frühjahr mit Schneeschmelze und erwachender Natur die ruhigste Reisezeit ist.

Der Frühling ist Finnlands stillste Jahreszeit und gerade deshalb ein Geheimtipp. Zwischen April und Mai schmilzt der Schnee, die Seen tauen auf und die Natur erwacht: Zugvögel kehren zurück, die Wälder färben sich grün und die Tage werden spürbar länger. Besucherströme gibt es jetzt kaum, dafür sinken die Preise für Unterkünfte deutlich. Wer einsame Wanderungen liebt und das Erwachen der nordischen Natur miterleben möchte, findet im Frühling ideale Bedingungen, sollte aber wechselhaftes Wetter einplanen.

Von Juni bis August zeigt sich Finnland von seiner hellsten Seite. Bei angenehmen 19 bis 22 Grad und Seen, die sich auf Badetemperatur erwärmen, spielt sich das Leben draußen ab: am Mökki, im Kanu, beim Beerensammeln im Wald. Nördlich des Polarkreises geht die Mitternachtssonne wochenlang nicht unter, und im ganzen Land bleiben die Nächte hell. Rund um Mittsommer feiern die Finnen ihr wichtigstes Fest und ziehen aufs Land. Juli ist Hochsaison, dann sind Ferienhäuser früh ausgebucht.

Ab September verwandelt die Ruska Finnlands Wälder in ein Farbenmeer aus Gold, Orange und Rot, am spektakulärsten in Lappland, wo Wanderer jetzt die schönste Zeit des Jahres erleben. Die Luft ist klar, die Mücken sind verschwunden und die Besucherzahlen sinken. Zugleich beginnt mit den länger werdenden Nächten die Nordlichtsaison, erste Sichtungen sind ab September möglich. Wer Regen und kühlere Tage nicht scheut, erlebt Finnland jetzt von seiner ursprünglichsten Seite, und wärmt sich danach in der Sauna auf.

Für alle, die Schnee und Kälte nicht fürchten, ist der Winter die eindrucksvollste Zeit für eine Finnland-Reise. Von Dezember bis März liegt der Norden unter einer dicken Schneedecke, die Landschaft versinkt in Stille und die Nordlichter ziehen über den Himmel. In Lappland herrscht Hochsaison mit Schneemobiltouren, Eisfischen und Übernachtungen im Glasiglu, während Rovaniemi als Heimat des Weihnachtsmanns Familien aus aller Welt anzieht. Die Polarnacht macht die Tage kurz, doch das blaue Dämmerlicht über dem Schnee hat einen ganz eigenen Zauber.
Jede Jahreszeit zeigt Finnland von einer anderen Seite – und unsere Reiseexperten wissen genau, worauf es auf einer Reise ankommt. Verraten Sie uns, wovon Sie träumen: helle Sommernächte am See, leuchtende Herbstwälder oder Polarlichter über dem Schnee. Wir planen Ihre Reise so, dass sie zur idealen Zeit stattfindet.

Die Monate zwischen Mai und September sind die beste Reisezeit für Helsinki. Dann zeigt sich die Hauptstadt von ihrer lebendigsten Seite: Die Terrassen und Marktstände öffnen, die Fähren pendeln im Takt zur Inselfestung Suomenlinna und die hellen Abende laden zu langen Spaziergängen am Wasser ein. Doch Helsinki funktioniert das ganze Jahr, denn Museen, Markthallen und die vielen öffentlichen Saunen machen auch kalte oder regnerische Tage zum Erlebnis.

Für Lappland gibt es gleich zwei ideale Reisezeiten. Von Dezember bis März herrscht Winterhochsaison mit tiefem Schnee, Nordlichtern und arktischen Erlebnissen, dann sind Unterkünfte wie Glasiglus allerdings früh ausgebucht und am teuersten. Eine reizvolle Alternative ist der September, wenn die Ruska die Fjälls in leuchtende Farben taucht, die ersten Nordlichter erscheinen und deutlich weniger Besucher unterwegs sind. Der Sommer bietet die Mitternachtssonne und einsame Wanderungen durch die Wildnis.



Sebastian Hoffmann
Reiseexperte für Finnland

Polarlichter in Finnland stehen bei vielen Reisenden ganz oben auf der Wunschliste, und die Chancen sind gut: In Finnisch-Lappland zeigt sich die Aurora Borealis in klaren Nächten erstaunlich häufig. Sichtbar ist sie allerdings nur zwischen September und März, denn im Sommer bleibt der Himmel schlicht zu hell. Je weiter nördlich Sie reisen und je dunkler die Umgebung, desto besser stehen die Chancen. Eine Garantie gibt es nie, doch wer mehrere Nächte im Norden verbringt, hat gute Karten.

Die klassische Wandersaison in Finnland läuft von Juni bis September, wenn die Wege schneefrei sind und die langen Tage ausgedehnte Touren erlauben. Ein Geheimtipp ist der September: Dann taucht die Ruska die Wälder und Fjälls in leuchtende Herbstfarben, die Mücken sind verschwunden und auf den Wanderwegen Finnlands wird es ruhiger. Wer im Hochsommer in Lappland unterwegs ist, wandert dank Mitternachtssonne notfalls auch um Mitternacht noch bei Tageslicht.

Die Sauna gehört in Finnland zu jeder Jahreszeit dazu, doch ihren größten Reiz hat sie im Winter. Nirgends ist der Kontrast wohltuender: erst der heiße Aufguss, dann der Sprung durch ein Loch im Eis in den zugefrorenen See. Das Eisbaden hat zwischen Dezember und März Hochsaison und gilt unter Finnen als bestes Mittel gegen die dunkle Jahreszeit. Im Sommer wird aus dem eisigen Ritual ein sanftes Vergnügen, wenn nach der Seesauna der abendliche Sprung ins warme Wasser wartet.

Für Paddeltouren auf Finnlands Gewässern ist der Sommer die ideale Zeit. Von Juni bis August laden die spiegelglatten Seen der Seenplatte und die geschützten Gewässer des Schärenmeers zu Touren für jedes Niveau ein, vom Nachmittagsausflug bis zur mehrtägigen Expedition mit Übernachtung auf einsamen Inseln. Die Wassertemperaturen erreichen im Hochsommer angenehme Werte, und die hellen Abende lassen die Tage auf dem Wasser endlos werden.

Die klassische Finnland-Winterreise führt zwischen Dezember und März nach Lappland, wenn die Schneedecke am zuverlässigsten liegt und die Nordlichter am häufigsten tanzen. Rund um Weihnachten ist die Nachfrage am größten, denn dann zieht das Santa Claus Village bei Rovaniemi Familien aus aller Welt an. Wer es ruhiger und günstiger mag, reist im Januar oder März: Die Bedingungen sind ebenso winterlich, doch die Preise sinken und die Tage werden ab Februar bereits merklich länger.

Für Finnland mit Kindern bieten sich gleich zwei Reisezeiten an. Im Sommer wird das Mökki am See zum Abenteuerspielplatz: Baden, Angeln, Beerensammeln und Lagerfeuer füllen die langen, hellen Tage. In den Winterferien wiederum wird Lappland zum Traumziel für Familien, mit Schnee, Rentieren und dem Besuch beim Weihnachtsmann. Wichtig ist frühes Buchen, denn die Ferienzeiten sind in beiden Saisons schnell ausgebucht.

Wer Finnland auf eigene Faust mit dem Mietwagen erkundet, wählt am besten die Monate Juni bis September. Die Straßen sind frei, die Tage lang und Routen wie die Schärenringstraße bei Turku oder die Strecken entlang der Seenplatte zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Im Winter sind die Hauptstraßen zwar gut geräumt und alle Fahrzeuge mit Winterreifen ausgestattet, doch kurze Tage und vereiste Nebenstraßen verlangen Erfahrung. Für Winterabenteuer ist die Kombination aus Nachtzug und Touren vor Ort die entspanntere Wahl.

Helsinki lohnt sich das ganze Jahr, zeigt aber je nach Saison einen völlig anderen Charakter. Von Mai bis September pulsiert das Leben draußen, auf den Terrassen, an den Marktständen und auf den Fähren in die Schären. Der Dezember verzaubert mit Weihnachtsmärkten und stimmungsvoller Beleuchtung, während die kalten Monate die beste Zeit für Museen, Designläden und ausgiebige Saunabesuche sind. Preislich attraktiv sind die Übergangszeiten, wenn die Hotels der Hauptstadt günstiger werden.