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Verena Bielo
Reiseexpertin für Botswana
Aktualisiert am 27.05.2026
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Die Weite der Savanne, majestätische Wasserfälle und eine faszinierende Artenvielfalt. Bei einer Reise nach Botswana erlebt man all das und noch viel mehr. Denn das Land im Süden Afrikas besticht durch seine unberührte Natur sowie landschaftliche Vielfalt und gilt als einer der letzten verborgenen Schätze Afrikas.
Im Okavangodelta kommt man der riesigen Flusslandschaft bei einer Tour mit einem traditionellen Einbaumboot ganz nah und bei einer Botswana-Safari im Chobe Nationalpark kann man Löwen und viele andere Tiere in ihrer freien Wildbahn erleben.

Gegründet im Jahr 1967, kurz nach der Unabhängigkeit Botswanas, ist der Chobe Nationalpark der erste Nationalpark des Landes. Er erstreckt sich im Norden auf mehr als 100 Quadratkilometern.
Durch die von Baum- und Buschsavannen geprägte Natur windet sich der Fluss Chobe, nach dem der Park benannt wurde und der zu Bootstouren einlädt. Bei einer Safari durch den Nationalpark kann man zahlreiche Tiere in freier Wildbahn wie Löwen, Hyänen, Geparde, Leoparden und Windhunde beobachten. Daneben ist das Gebiet Heimat von Zebras, Giraffen, Flusspferden, Warzenschweinen und verschiedenen Antilopenarten.
➤ Unser Expertentipp: Wenn Sie campen, sollten Sie nachts möglichst nicht ohne Vorsicht das Zelt verlassen, da sich wilde Tiere in der Umgebung aufhalten können. Nutzen Sie bei Bedarf eine starke Taschenlampe, um die Umgebung gut im Blick zu behalten.

Im Norden von Botswana liegt das Okavangodelta, ein gigantisches Binnenflussdelta, das seit 2014 zum UNESCO-Welterbe zählt. Da das Okavangodelta geografisch gesehen zum Kalaharibecken zählt, ist es auch als „Juwel der Kalahari“ bekannt.
Die weitläufigen Grasflächen werden saisonal überschwemmt und die Erkundung des Deltas im traditionellen Einbaumboot ist ein besonderes Erlebnis. Unterschiedlichen Tierarten bietet das Gebiet einen wichtigen Lebensraum, darunter Löwen, Nashörner, Büffel, Leoparden und Elefanten, ebenso wie Antilopen, Reptilien und etwa 400 Vogelarten.
Ein Highlight einer Reise ins Okavango Delta ist es, das Delta aus der Luft bei einem Rundflug mit einem Kleinflugzeug oder einem Heißluftballon zu erleben.
➤ Unser Expertentipp: Wenn Ihr Camp es anbietet, unternehmen Sie eine Wandersafari auf den Inseln des Deltas. Gemeinsam mit einem Guide lernen Sie, Tierspuren zu erkennen – ein unvergessliches Erlebnis am frühen Morgen.

Südwestlich des Chobe Nationalparks und im Herzen des Okavangodeltas liegt das Moremi-Wildreservat, der älteste Nationalpark Botswanas. Mit einer Fläche von 4.871 Quadratkilometern macht das Naturreservat rund ein Drittel des Deltas aus.
Im 19. Jahrhundert fielen viele der Wildtiere einer Pest zum Opfer. Nachdem sich der Tierbestand wieder erholt hatte, sorgte unkontrollierte Wilderei für einen abermaligen Rückgang. Um dem entgegenzuwirken, erklärte die Witwe von Chief Moremi III. die ersten Teile der Region zum Naturschutzgebiet. So kommt man heute in den Genuss, im Moremi-Wildreservat zahlreiche wilde Tiere zu beobachten.
➤ Unser Expertentipp: Innerhalb des Moremi-Gebiets gibt es keine Tankstellen oder Einkaufsmöglichkeiten. Tanken Sie daher bereits in Maun voll und nehmen Sie zusätzliche Kanister mit, da Fahrten im Sand deutlich mehr Kraftstoff verbrauchen als auf normalen Straßen.

Die Kalahari ist eine Savanne, die sich zu ihren größten Teilen in Botswana und Namibia befindet. Aufgrund der von Sand geprägten Landschaft wird sie auch als Kalahari-Wüste bezeichnet. Teile der Kalahari sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen und ein Ausflug in die weite, faszinierende Landschaft ist eine Attraktion bei jeder Afrika-Reise.
Von Dezember bis März herrscht Regenzeit in Botswana. Dann blüht die Halbwüste auf und das Gebiet wird von zahlreichen Tierherden angezogen, wie Zebras, Gnus und Oryxantilopen. Zudem ist der berühmte schwarzmähnige Kalahari-Löwe hier beheimatet.
➤ Unser Expertentipp: Übernachten Sie in einem von der San-Gemeinschaft geführten Camp, um einen authentischen Einblick in ihre Lebensweise zu erhalten. Dort werden oft geführte Wanderungen angeboten, bei denen Sie lernen, Tierspuren zu lesen und die Natur besser zu verstehen.

Außergewöhnliche Landschaften kann man im Nordosten Botswanas besichtigen. Die Makgadikgadi Salzpfannen bestehen aus unzähligen kleineren und größeren Salzpfannen und erstrecken sich auf einer Fläche von mehr als 8.400 Quadratkilometern.
Einst war auf dem Gebiet ein großer See, in dem sich das Salz konzentrierte, da kein Abfluss vorhanden war. Als der See vor 4.000 Jahren austrocknete, bildeten sich bis zu fünf Meter tiefe Salzkrusten.
Auch im Rahmen der Menschheitsgeschichte ist das Gebiet von Bedeutung. Nach einer Studie der Universität Sydney liegt hier die Geburtsstätte des Homo sapiens sapiens.
➤ Unser Expertentipp: Wenn Sie eine Erdmännchenkolonie besuchen, setzen Sie sich ruhig auf den Boden und bleiben Sie möglichst still. Mit etwas Glück klettern die Tiere auf Sie, um nach möglichen Feinden Ausschau zu halten. Versuchen Sie jedoch niemals, sie zu füttern oder anzufassen, da dies die Tiere gefährden kann.

Nördlich des Makgadikgadi Nationalparks liegt der Nxai Pan Nationalpark auf einer Fläche von 2.578 Quadratkilometern. Die Landschaft ist geprägt von einer weiten, trockenen Ebene und verkrusteten Salzpfannen. Daneben wachsen die berühmten und imposanten Baines Baobabs am Rande der Salzpfannen.
In den 90er-Jahren schloss man das Makgadikgadi Wildschutzgebiet und den Nxai Pan Nationalpark zusammen. Das Gebiet ist vor allem für die größte Zebramigration im südlichen Afrika bekannt. Aber auch viele andere Tiere, wie Springböcke, Oryxantilopen, Giraffen, Gnus und Raubkatzen, werden von den Wasserlöchern des Parks angezogen.
➤ Unser Expertentipp: Die besten Chancen zur Tierbeobachtung haben Sie, wenn Sie ruhig am Hauptwasserloch warten. Da es zu den wenigen ganzjährig wasserführenden Stellen gehört, versammeln sich hier häufig auch Raubtiere wie Löwen, Hyänen und Geparden.

Unweit des Okavangodeltas und etwa 53 Kilometer südwestlich von Shakawe erheben sich die Tsodilo Hills inmitten der weiten Ebene empor. Bis zu 1.489 Meter sind die vier aus Quarzit bestehenden Felsen hoch und bilden somit eine der größten Erhebungen in Botswana.
Die Hügelkette zählt zum UNESCO-Welterbe und wird auch als Louvre der Wüste bezeichnet. Der Name kommt von den mehr als 4.500 Malereien, welche die Felsen schmücken. Bei den Einheimischen gilt der Ort als heilig und die Geister der Ahnen sollen hier wohnen.
➤ Unser Expertentipp: Der Besuch ist nur mit einem Guide möglich – zum Schutz des Gebiets, damit Sie sich in der Landschaft nicht verirren. Die lokalen Guides kennen zudem viele spirituelle Legenden rund um den Ort und machen den Besuch dadurch besonders eindrucksvoll. Denken Sie daran, etwas Bargeld für ein Trinkgeld mitzunehmen.

Zwischen den Grenzstädten Victoria Falls in Simbabwe und Livingstone in Sambia rauschen aus 60 Metern Höhe Wassermassen des Flusses Sambesi in die Tiefe. Die Victoriafälle zählen zu den eindrucksvollsten Wasserfällen der ganzen Erde.
Die hier lebende Ethnie Kololo nennt den Wasserfall in ihrer Sprache „Mosi oa tunya“, was „donnernder Rauch“ bedeutet. Die Victoriafälle zählen seit 1989 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Ein Highlight bei einem Besuch der Victoriafälle ist eine Bootsfahrt auf dem Sambesi zum Sonnenuntergang. Hierbei können Sie Tiere wie Nilpferde und Krokodile beobachten.
➤ Unser Expertentipp: Besonders eindrucksvoll sind die Wasserfälle zwischen März und Mai, wenn sie nach der Regenzeit die größte Wassermenge führen.

Das Khama Rhino Sanctuary wurde 1992 gegründet und ist ein gemeindebasiertes Projekt, das sich dem Schutz wilder Tiere verschrieben hat. Besonderes Anliegen ist es, das Aussterben der bedrohten Nashörner zu verhindern, die Population der Wildtiere zu vergrößern und die lokale botsuanische Gemeinschaft durch Tourismus und die nachhaltige Nutzung der Ressourcen zu unterstützen.
Neben Breitmaul- und Spitzmaulnashörnern ist das Schutzgebiet in der Kalahari Lebensraum für 30 weitere Tierarten und mehr als 230 verschiedene Vogelarten. Darunter der Abdimstorch (auch Regenstorch), ein naher Verwandter des europäischen Weißstorches und Schwarzstorches.
➤ Unser Expertentipp: Fahren Sie kurz vor Sonnenuntergang zum Malema’s Pan. Dort versammeln sich Nashörner am späten Nachmittag häufig zum Trinken oder um Salz aufzulecken.

Am Stadtrand der Hauptstadt Botswanas, Gaborone, findet man das Gaborone Game Reserve. Das Reservat wurde 1988 eingerichtet, um der Öffentlichkeit an einem gut zugänglichen Ort die Möglichkeit der Tierbeobachtung zu bieten.
Obwohl das Gebiet nur 5 Quadratkilometer groß ist, kann man hier eine beeindruckende Artenvielfalt erleben. Neben Gnus, Elenantilopen, Gämsböcken, Kudus, Vogelstraußen und Warzenschweinen leben zahlreiche Vogelarten in dem Reservat wie Eisvögel und Nashornvögel, die man von Beobachtungsplätzen sichten kann. Zudem verfügt das Gaborone Game Reserve über ein kleines Bildungszentrum und einige Picknickplätze.
➤ Unser Expertentipp: Vermeiden Sie einen Besuch am Wochenende, da der Ort bei Einheimischen sehr beliebt für Picknicks und Feiern ist. Am ruhigsten ist es meist dienstags oder mittwochs direkt zur Öffnung gegen 6:30 Uhr.

Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei Kubu Island nicht um eine Insel. Vielmehr ist Kubu Island eine Erhebung im Nordosten Botswanas, die zu den Makgadikgadi-Salzpfannen gehört.
Die Granitfelseninsel ist ein nationales Denkmal und wird von den Einheimischen als heilige Stätte betrachtet. Der Name Kubu bedeutet in der Kalanga-Sprache „großer Felsen“ und „Nilpferd“ in Tswana. Bei einem Besuch von Kubu Island kann man zudem geheimnisvolle 1,25 Meter hohe Steinwälle, die vermutlich auf das 17. oder 18. Jahrhundert zurückgehen, besichtigen.
➤ Unser Expertentipp: Vor Ort befinden sich zahlreiche archäologische Überreste wie Steinwerkzeuge oder alte Mauern. Respektieren Sie dieses jahrtausendealte Gebiet und die damit verbundenen Legenden – berühren oder entfernen Sie daher nichts.

Die Stadt Kasane liegt im Norden Botswanas. Hier findet man eine wichtige Einrichtung für verletzte Wildtiere, das Caracal Center. Unterschiedliche Tiere werden in der Auffangstation versorgt, wie Schlangen, Erdferkel, Mangusten, Geier und Buschbabys.
Während eines Rundgangs kann man sich von der Arbeit des Caracal Centers überzeugen und ein Guide erzählt von den Geschichten der Tiere und von ihrem Weg in die Einrichtung. Auch wenn in der Umgebung gefährliche Schlangen beispielsweise in Vorgärten gefunden werden, kann man sich an das Caracal Center wenden.
➤ Unser Expertentipp: Das Zentrum ist weltweit für seine Expertise rund um Schlangen bekannt. Fragen Sie Ihren Guide nach den giftigen Arten vor Ort oder nehmen Sie an einer begleiteten Begegnung mit Pythons und anderen ungiftigen Schlangen teil.

Mitten in der Kalahari, nahe der Grenze zu Namibia, liegen die Gcwihaba Caves – auch als Drotsky’s Caves bekannt. Das abgelegene Höhlensystem zählt zu den geheimnisvollsten Orten Botswanas und bildet ein weit verzweigtes Kalksteinlabyrinth inmitten der Sandlandschaft.
Im Inneren erwarten Sie beeindruckende Stalaktiten und Stalagmiten sowie Felswände, die über Jahrtausende durch Wind und Erosion geformt wurden. Zudem beherbergen die Höhlen zahlreiche Fledermäuse und seltene wirbellose Tiere, die nur hier vorkommen.
➤ Unser Expertentipp: Die Höhlen sind bis heute weitgehend unerschlossen und verfügen über kaum Infrastruktur oder Beleuchtung. Unternehmen Sie den Besuch daher möglichst mit einem lokalen Guide und nehmen Sie mehrere Lichtquellen mit.

Zwischen den Grenzen zu Südafrika und Simbabwe liegt das Tuli Game Reserve – eine Region, die sich deutlich vom restlichen Botswana unterscheidet. Rote Sandsteinformationen, steile Felsen und riesige Baobab-Bäume verleihen der Landschaft beinahe eine Westernkulisse. Aufgrund der großen Elefantenherden wird die Gegend auch „Land der Giganten“ genannt.
Dank der offenen Vegetation zählt die Region zudem zu den besten Orten Afrikas, um Geparden zu beobachten. Ein weiteres Highlight ist Solomon’s Wall, eine beeindruckende historische Felsformation mit archäologischer Bedeutung.
➤ Unser Expertentipp: Besonders empfehlenswert ist das Mashatu Reserve. Dort haben Sie sehr gute Chancen, Leoparden zu sehen, und können zudem Safari-Touren mit dem Fahrrad oder zu Fuß unternehmen – etwas, das in Botswana eher selten angeboten wird.
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